Plön - Die Entscheidung ist gefallen: Es bleibt beim Namen "Ein-Euro-Jobber". Alternativen, die im Rahmen eines von der ARGE im Kreis Plön und der Ostholsteiner Zeitung der KN gestarteten Wettbewerbes gesucht wurden, konnten offenbar die Betroffenen selbst nicht überzeugen. Deshalb stimmten sie als Jury mit Mehrheit dafür, an der inzwischen "eingebürgerten" Bezeichnung des offiziellen Wortungetüms "Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigungen" (MAE) festzuhalten.

Foto: Braune
Die "Namensschöpfer", hier zusammen mit Gerhard Kerssen von der ARGE (zweiter von links) und Marion Neumann-Neurode von der Ostholsteiner Zeitung (rechts) durften sich Preise selbst aussuchen, darunter auch diese stabile Gartenbank.
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Trotz dieses Ergebnisses gingen die kreativen "Namensgeberpoeten", aus deren Einsendungen in den vergangenen Wochen 13 konkrete Vorschläge ausgewählt wurden, nicht leer aus. Wortschöpfungen wie "Projekthelfer", "Gute Geister" und "Extra-Plus-Job" sowie "Arge Engel" verbuchten die meisten Stimmen. Im Rahmen einer Feierstunde, die musikalisch umrahmt wurde vom "Grasweg-Musikensemble" unter Leitung von Andrea Jarchow-Atu aus Kiel (es war im vergangenen Jahr als "Hartz IV-Orchester" gestartet), durften sich die Gewinner am Donnerstag auf dem Koppelsberg in der Jugendfreizeitstätte Preise aussuchen, die von den verschiedenen Trägern spendiert worden waren.
"Ich hätte mir zwar gewünscht, dass einer meiner Vorschläge auch umgesetzt worden wäre, aber enttäuscht bin ich von diesem Ergebnis nicht"
, stellte Brigitte Lederich fest. Sie hatte gleich ein Dutzend Ideen beigesteuert. Auch Manfred Hartwig grämte sich nicht, dass er letztlich (fast) umsonst nach einem Namen gesucht hatte, der gleichzeitig neutral und positiv sein sollte.
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Für Gerhard Kerssen, Geschäftsführer der ARGE, hat sich der Wettbewerb trotz der "enttäuschend geringen Resonanz"
letztlich als Erfolg erwiesen. "Wir haben erreicht, dass sich nicht nur eine breite Öffentlichkeit, sondern auch die Betroffenen selbst bewusst gemacht haben, welchen Stellenwert die Ein-Euro-Jobber tatsächlich haben"
. Diesen Gedanken griff auch die Ressortleiterin der Ostholsteiner Zeitung, Marion Neumann-Neurode, auf. Sinn des Wettbewerbes sei es gewesen, die Wortschöpfung "Ein-Euro-Jobber" kritisch zu hinterfragen und einen Anstoß zum Nachdenken zu geben. "Wir wollen weder die Situation der betroffenen Menschen verniedlichen noch Tatsachen wie Arbeitslosigkeit schönreden"
. Der Laboer Bürgermeister Sönke Körber in seiner Funktion als Beiratsmitglied der ARGE nutzte sein Grußwort für einen pauschalen Dank an alle Teilnehmer der Maßnahmen. Ohne deren Engagement hätte die Gesellschaft auf viele Unterstützungsarbeiten verzichten müssen.
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Sein Schönberger Amtskollege Wilfried Zurstraßen beließ es nicht dabei, eine positive Erfolgsbilanz mit einer Vermittlungsquote von 30 Prozent in den 1. Arbeitsmarkt zu ziehen. Er überraschte die Versammlung mit dem Vorschlag, die gewährte Sozialleistung zusammen mit der Mehraufwandsentschädigung im Rahmen von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverträgen zu zahlen. Ein solches Modell habe sich bereit in einem der neuen Bundesländer als "Bürgerarbeit"
bewährt, stärke das Selbstwertgefühl und erhöhe gleichzeitig die Arbeitsmotivation der Betroffenen, argumentierte er.
Verfasser: Peter Braune
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